Unsere zweite Hausgeburt ūüĎ£

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Ihr Lieben,

√ľbergl√ľcklich will ich Euch von unserer zweiten Hausgeburt berichten.

Dieser Donnerstag war bis zum Nachmittag k√∂rperlich recht „unauff√§llig“, wenn man das so nennen kann und ich sa√ü bei sch√∂nstem Wetter auf unserem Balkon w√§hrend die Kids im Garten spielten. Quasi Tee trinkend und abwartend wie man so sch√∂n sagt. Laut Mutterpass war dieser Tag, der 18.05.17, der errechnete Geburtstermin und ich war nat√ľrlich gespannt, ob Joris sich nun auf den Weg machen w√ľrde. Etwas besonderes lag in der Luft, ich wollte mich aber nicht zu sehr darauf versteifen, die meisten Babys interessiert der „Termin“ recht wenig und das ist auch gut so.

Aber dann, aha, ein Ziehen, Druck. Hmm, k√∂nnte eine Senkwehe sein. Habe noch nichts darauf gegeben. Kurz sp√§ter zieht es st√§rker. Ein Blick auf die Uhr. 14:45 Uhr. Hui, das war heftig. Ganz klar eine „echte“ Wehe. Ich habe mir gedacht wenn nochmal eine kommt, schreibe ich Christian mal. Und so war es. Bei der n√§chsten unterhielt ich mich gerade mit Ludo und er schaute mich recht verwirrt an als ich inne halten musste um zu veratmen. „Das Baby kommt heute“, platzte sicher aus mir heraus und Ludo freute sich, gleichzeitig tausend Fragezeichen in den Augen, wie das Baby jetzt wohl zu uns kommen sollte. Zu s√ľ√ü.

Ich war sogleich bei einem regelmäßigen Wehenabstand von 5 Minuten und ich konnte sie prima veratmen. Ich habe die Zeit weiterhin mit den Kids draußen verbracht und nicht viel später kam mein Mann Christian von der Arbeit und brachte meine Mutter mit. Sie war erstaunt, dass ich so entspannt wirkte wenn eine Wehe kam. Ich war wirklich gut drauf.

Anschlie√üend verk√ľrzten sich die Abst√§nde sachte nach und nach. Wir wechselten gem√ľtlich zwischen Balkon und K√ľche hin und her, quatschten, machten Witze und die Jungs spielten ausgeglichen.

Bei einem Abstand von etwa 2,5 Minuten sa√üen wir am Sandkasten und ich bat Christian nun das Wasser in den Pool zu lassen, denn bei etwa 2 Minuten wollte ich dann “ baden gehen“. So haben wir das dann auch gemacht. Es war etwa 18:45 Uhr als ich dann in den Geburtspool gestiegen bin. Zu diesem Zeitpunkt kam auch meine Schwester an, die sich gew√ľnscht hatte, bei der Geburt dabei sein zu d√ľrfen.

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch das Bed√ľrfnis hatte – ich war dann bei etwa 1,5 Minuten – einfach zu veratmen, blieben meine Mutter und Schwester mit den Kids im Garten und a√üen dann mit ihnen zu Abend.

Nach etwa einer halben Stunde im Wasser tastete ich ab. Hui, da fehlt nicht mehr viel bis er da ist, stellte ich erstaunt fest. Erstaunt deshalb, weil ich einfach recht wenig Anstrengung an den Tag legen musste bis zu diesem Zeitpunkt. Ich √ľberlegte einen kurzen Moment komplett ohne Pressen und rein durch die Schubkraft der Wehen weiter zu machen. Ja, das geht. *lach*

Ist lustig, weil man eine Geburt im Kopf immer mit starkem Pressen verbindet.

Als ich dann aber feststellte, dass die Fruchtblase noch nicht geplatzt war und so etwas mehr Kraft notwendig war, entschied ich mich dazu mit zu schieben. √úberw√§ltigend, wie das Kleine einem sp√ľrbar entgegen gleitet.

Ich gab meinem Mann zu verstehen, dass Joris mit Sicherheit gleich da wäre und er rief die anderen mitsamt Kids dazu.

Die Fruchtblase war immer noch intakt als das kleine K√∂pfchen nur kurz sp√§ter geboren war und erst dann platzte sie. Was f√ľr ein Gef√ľhl. Okay, das K√∂pfchen war da. Ich wartete ab. Der Moment, in dem das K√∂pfchen geboren ist und Frau die n√§chste Wehe abwartet ( was unbedingt zu empfehlen ist ) ist unbeschreiblich. Es ist wie ein letztes tiefes Durchatmen, in dem sich der K√∂rper verabschiedet und sich darauf einstellt, los zu lassen. Fast 10 Monate hat er das Kleine wachsen lassen, war Eins mit ihm. Nun ist dir klar: noch eine Wehe und du h√§ltst dein Baby im Arm.

Und da kam sie. Joris glitt ins warme Wasser und nach einem kurzen Moment hob ich ihn heraus und legte ihn mir auf die Brust. Quietschfidel reckte und streckte er sich.

19:49 Uhr.

„Mein Bruder!“ rief Ludo ber√ľhrend.

Ich begr√ľ√üte Joris mit einem Kuss auf die Stirn und wir alle waren einfach nur fasziniert. Fasziniert von diesem Wunder, das nie gew√∂hnlich sein wird. Egal, wie oft man es erlebt.

Auch diesmal wollten wir die Nabelschnur auspulsieren lassen. Ich w√ľrde sch√§tzen das dauerte etwa 10-15 Minuten. Als sie nicht mehr pulsierte, empfanden wir den Moment als richtig die Jungs wieder spielen zu lassen. Ich war mir nicht sicher, ob die anschlie√üende Geburt der Plazenta sie nicht durcheinander bringen w√ľrde.

So konnte Christian dann ganz in Ruhe die Nabelschnur abbinden und dann durchschneiden. Daraufhin dauerte es auch nicht lange (ich war noch im Pool), da kam schon die Nachgeburt. Ich untersuchte sie auf Vollst√§ndigkeit und anschlie√üend konnte ich langsam aus dem Pool klettern und mich in Handt√ľcher kuscheln.

Derweil stelle mein Mann fest:

54cm

3930g

Stolz wickelte er den Kleinen und zog ihn an. Nachdem auch ich angezogen war, wechselten wir in unser Wohnzimmer auf die Couch und Joris kam wieder in meine Arme. Christian lie√ü noch das Wasser aus dem Pool und da waren wir. Gl√ľcklich. So gl√ľcklich.

Ich w√ľnsche jeder werdenden Mama eine wundersch√∂ne und unvergessliche Geburt!

Eure Madeleine ( stolze Mama von drei Söhnen)

‚ô•

 

 

Ein Kommentar zu „Unsere zweite Hausgeburt ūüĎ£

  1. Liebe Madeleine! Danke f√ľr deinen positiven Erfahrungsbericht. So kann Geburt auch sein – wie sch√∂n und nat√ľrlich, im Vergleich zu den Horrorgeschichten aus Filmen und Krankenh√§usern. Ich w√ľnsche dir und deiner Familie alles Liebe und Gute ‚̧ Herzensgr√ľ√üe von Nicole

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